Raus auf den Acker

Gemüsegärten zum Mieten

Der Frühling lockt saisonal, regional, lokal. Weg vom industriellen Gewächshaus und raus an die frische Luft. Das ist die Devise hinter der Idee, Gärten oder kleine Acker-Parzellen zu mieten, zu beackern und zu ernten. Wir haben uns auf die Suche gemacht, welche Urban-Gardening-Formen inmitten von rheinischen Großstädten bereits herangewachsen sind.

 

Beim Wachsen zuschauen

Die Idee der Selbsternte stammt ursprünglich aus Österreich und ist bereits gute zwanzig Jahre alt. In Zeiten von Umweltschutz rollt dieser Selbstversorgungsgedanke wieder auf und schafft auch in großen Städten Platz für natürliche Vitaminvielfalt.
Dank dem großen, immerwährenden Angebot in Supermärkten haben wir mit der Zeit verlernt, wie der Anbau von Obst und Gemüse richtig funktioniert.
Aber eine grüne Gegenbewegung zieht ins Rheinland! Urban Gardening, Mietgärten und weitere grüne Sharing-Projekte bringen Menschen und Wissen rund um Obst und Gemüse wieder zusammen.

Gemeinschaftsgärten – Sharing is caring

Gemeinschaftsgärten sind wie kleine urbane Oasen inmitten von Städten. Kleine Hochbeete in Parks, Anbauflächen in Hinterhöfen oder grüne Inseln inmitten von Kreuzungen können Anlaufstelle für große und kleine Pflanzenfreunde sein. Der Gedanke dahinter: Jeder darf mit anpacken, jeder lernt von jedem und jeder darf etwas Obst und Gemüse mit nach Hause nehmen. Zu den Gemeinschaftsgärten Köln gehören z. B. die Garten-Werkstatt Ehrenfeld e. V. und der Campusgarten Uni Köln, bei denen man sich jederzeit informieren, vorbeischauen und mithelfen kann. Der Pantaleonsgarten Köln gehört zur Initiative Stadtoase, die sich zur Revitalisierung vorhandener Plätze und Grünanlagen in der Kölner Innenstadt einsetzt. Fragt doch auch mal in eurer Stadt nach, ob es bereits solche Projekte gibt, oder wie man selbst eine Initiative gründen kann.

Mietgärten – meine Ernte & Co.

Einfach mal ins Grüne fahren, die Kinder laufen lassen und die Natur mit allen Sinnen spüren! Dann geht’s jetzt ab auf den Acker, denn eine weitere Selbstversorgungsform sind Bio-Mietgärten und Bio-Hochbeete. Dort kann man sich seine eigene, vorbepflanzte und biozertifizierte Ackerparzelle mieten. Von Anfang Mai bis Ende November pflegt und erntet ihr euer eigenes frisches, regionales und saisonales Bio-Gartengemüse. Für unerfahrene Ackerhelden stehen jederzeit Profis mit Rat und Spaten und Gartengeräten und Gießwasser zur Seite. Die Mietgärten von „gartenglück – Die GemüseSelbstErnte in Köln“ oder bei „meine ernte“ bieten in verschiedenen Städten ihre Mietgärten an frei nach dem Motto, Menschen regional und emotional wieder näher an den natürlichen kosnum heranbringen – mit den Händen in der Erde. Schaut doch auch mal in eurer Umgebung, ob Mietgärten bereits angeboten werden.

Selbsternte – Bäumchen schüttle dich

An Apfelbäumen rütteln, in den Erdbeerfeldern naschen und eimerweise Obst und Gemüse mit nach Hause nehmen. In Vorfreude auf den Sommer wollen wir euch das Selbsternteangebot natürlich nicht vorenthalten. Verschiedene Obst- und Gemüsehöfe bieten neben ihren Hofläden Selbsternte an. Man schnappt sich einen Korb und zieht los in Richtung Obstwiese, Gewächshaus oder Gemüseacker und darf das pflücken, was reif ist. Tipps zum richtigen Ernten bekommt man direkt mit den Erntekörben in die Hand gedrückt. Da man selbst die Pflückarbeit übernimmt, entsprechen die Selbsterntepreise ca. 1/2 bis 2/3 des üblichen Marktpreises. Ein leckeres Ausflugsziel für die ganze Familie. Der „Biolandhof Apfelbacher“ liegt beispielsweise in Bornheim und startet seine Selbsterntesaison zwar erst mit der Erdbeerzeit, aber Vorfpflückfreude ist doch die schönste Freude.

Schrebergärten – Gartenzwerg 2.0

Gartenzwerge, einheitliche Heckenhöhen und 70er-Jahre-Idylle – das sind die Vorurteile, mit denen man noch vor ein paar Jahren Kleingärten belächelt hat. Heute bekommen Schrebergärten wieder frischen Wind in die Parzellen – vor allem durch junge Familien und Ruhesuchende. Vor allem werden die abgesteckten Gärten als Naherholung in der Natur für Großstädter genutzt, aber das Prinzip dahinter kann noch mehr. Natur und Umweltschutz spielen eine große Rolle. Regenwasser wird zum Bewässern verwendet, die Gartenabfälle werden kompostiert und jeder hilft jedem. Die meisten Kleingärten sind in Vereinen organisiert und vom Kleingartengesetz geregelt, aber Platz zum Anbauen gibt’s allemal: Mindestens die Hälfte, die nicht von der Gartenlaube belegt ist, muss mit Obst oder Gemüse bepflanzt werden. Ein Gärtnertraum für Selbstversorger, Familien und kleine Gartenfeste.

Dachgärten – der Sonne so nah

Wenn es unten zu eng wird, weicht man nach oben aus. Dachbegrünung sieht nicht nur gut aus, sondern schafft paradiesische Oasen inmitten von Städten. Dort kann man nicht nur Tomaten oder Salat in Hochbeeten anpflanzen, sondern schafft durch eine Vielfalt an Pflanzen und Blumen neue Lebensräume für Insekten und Vögel. Auch Bienenstöcke kann man hoch über den Dächern finden. Welche tollen Vorteile Dachbegrünung sonst noch mit sich bringt, haben wir in unserer meinRHEINLAND Frühlingsausgabe 2020 unter die Lupe genommen.

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